Wie ist eine Traueranzeige aufgebaut?

Selbstverständlich ist eine Traueranzeige etwas sehr persönliches und individuelles. Dennoch folgt auch der Aufbau einer Anzeige gewissen gesellschaftlichen Normen.
Der Sinn einer Traueranzeige / Todesanzeige liegt in der öffentlichen Bekundung über den Verlust eines nahen Angehörigen. Dazu sind einige Elemente zwingend, andere wiederum sind eher optional.

Zu den zwingenden Angaben zählen:

  1. Die Daten zur Identität des Verstorbenen
    Dazu gehören: Name und Vorname (evtl. Geburtsname), Geburtsdatum, Sterbedatum und eventuell Titel, soziale Stellung oder ggf. Geburts- und Sterbeort.

  2. Die Namen der Angehörigen
    Hierbei geht es grundsätzlich in der Reihenfolge der Nähe des Angehörigen zum Verstorbenen (Ehegatte vor Kindern, Kinder vor Eltern, Geschwister vor Onkel oder Tante etc.), innerhalb einer Linie nach dem Alter (das erstgeborene Kind vor dem zweitgeborenen usw.). Kinder im Kindesalter werden mit deren Eltern genannt, Ehepaare stehen immer zusammen. Größere Kinder können eigenständig genannt werden. Grundsätzlich gilt: Wird in dem Trauertext eine Verwandschaftsaufzählung verwendet (mein Mann, unser Vater, Schwiegervater, Schwager, Bruder, Onkel und Opa...) so sind alle angesprochenen Verwandtschaftsgrade auch in die Liste der Trauernden aufzunehmen.

Optional, aber meistens verwendet:

  1. Einleitende Texte oder Sprüche
    Hierzu zählt die Bekanntgabe des Todes (Heute verstarb plötzlich und unerwartet..., nach einem erfüllten langen Leben entschlief ruhig und sanft... etc.). Diese wird entweder dem Namen vorangestellt oder folgt diesem. Je nach Ausgestaltung ist auch beides gleichzeitig möglich. Ein sogenannter Sinnspruch besteht in der Regel aus bis zu sechs Zeilen und wird der gesamten Anzeige vorangestellt. Dieser kann einen religiösen oder weltlichen Bezug haben. Genauso ist es möglich, dass es sich um ein häufig genannten Ausspruch des Verstorbenen handelt oder dessen Geisteshaltung widerspiegelt. Die Verwendung eines solchen Spruches ist nicht zwingend.

  2. Weiterführende Texte
    Hierbei handelt es sich um Texte, die die Trauer oder den Verlust näher beschreiben oder um letzte Abschiedsworte.

  3. Kondolenzanschrift
    Eine Kondolenzanschrift ist immer dann notwendig, wenn aus den Karten Beileidsbekundungen erwartet oder gar gewünscht werden, aber nicht jeder Empfänger über die aktuelle Adresse des Hauptangehörigen verfügt. Soll die Trauerpost an den in der Liste der Trauernden Erstgenannten gehen, so reicht es aus, lediglich die Adresse als solches anzugeben. Geht die Post aber an eine andere Person, so stellt man das Wort Kondolenzanschrift (alternativ Traueranschrift oder Traueradresse) voran und lässt die Adresse mit der Namensnennung folgen.

  4. Symbole und Bilder
    Eine Traueranzeige lässt sich noch stärker individualisieren, wenn Bilder oder Symbole verwendet werden. Bei den Bildern kann es sich um ein Foto des Verstorbenen handeln. Es kann sich aber auch um ein künstlerisches Werk des Verstorbenen handeln. Vielleicht war der Verstorbene einem Verein angehörig. Hierbei kann durch Verwendung eines Symbols hierauf Bezug genommen werden.

  5. Angaben zu Bestattungsfeierlichkeiten
    Begräbnisort, Datum, Uhrzeit, eventuell Angabe über Bestattungsform (Urnenbeisetzung oder nur Trauerfeier etc.). Ist dies nicht gewünscht, verwendet man ersatzweise Formulierungen wie die Bestattung hat in aller Stille stattgefunden oder findet im engsten Familienkreis statt.

  6. Die Angaben über Ort und Zeitpunkt eines Trauercafés wird seltener in der Traueranzeige genannt. Zumeist wird der Karte eine Einladung beigelegt. Hierbei spielt der Wunsch eine Rolle, die Anzahl der Gäste zu begrenzen oder nur mit bestimmten, engeren Vertrauten zum Kaffee zu gehen. Die Nennung innerhalb einer Traueranzeige macht es zudem schwieriger, eine Personenzahl zu bestimmen. Dies ist aber für die Planung des Restaurants sehr wichtig.

  7. Ebenfalls Einzug in die Informationen finden Wünsche der Angehörigen. So kann es z.B. sein, dass darum gebeten wird, auf Blumen und Kränze zugunsten einer Spende zu verzichten. Diesen Wunsch sollte man unbedingt beherzigen, um niemanden in Verlegenheit zu bringen (warum darf der Blumen mitbringen und ich nicht?). Ebenso ist es möglich, dass Angehörigen darum bitten, nicht in sogenannter Trauerkleidung zu erscheinen.