Die Urne zu Hause

In Deutschland gilt bundesweit der Friedhofszwang. Neben den klassischen Friedhöfen zählen hierzu auch die Begräbniswälder und Gebiete der Nord- und Ostsee sowie Mausoleen oder Grabeskirchen. Eine Ausnahme spielt hier das Bundesland Bremen, welches die Vertreuung der Asche im heimischen Garten erlaubt. Ein Verbleib der Urne in den eigenen vier Wänden ist dagegen nicht vorgesehen.

Oftmals wird hier der Weg über die Niederlande oder Belgien als gangbar beschrieben. In diesen Ländern werden die Urnen auf Wunsch den Angehörigen ausgehändigt. Hierbei ergibt sich jedoch das Problem, dass die Urne, sobald sie wieder in Deutschland ist, auch wieder den hiesigen Gesetzen unterliegt. Sobald die Ordnungsbehörden erfahren, dass hier eine Urne aufbewahrt wird, wird diese zwangsweise beigesetzt. Außerdem drohen zum Teil hohe Bußgelder.

Der einzig derzeit noch legale Weg führt über die Schweiz. Hierzu wird in der Schweiz ein Grabplatz erworben. Für diesen erhalten die Angehörigen alle notwendigen Dokumente. Damit unterliegt die Urne den schweizer Gesetzen. Diese lassen die Abschiednahme an der Urne zu Hause zu. Eine Zeitbegrenzung gibt es hierbei nicht. Wo die Urne später einmal beigesetzt werden soll, ist für die Schweiz unerheblich. Da ein Grabplatz nachgewiesen werden kann, kann die Urne von den deutschen Behörden auch nicht zwangsweise beigesetzt werden. Da gegen den Friedhofszwang nicht verstoßen wurde, drohen auch keine Bußgelder. Dies entbindet jedoch nicht von der Verpflichtung, die Urne letztendlich beizusetzen. Ein dauerhafter Verbleib zu Hause ist nicht statthaft.

Zur Zeit gibt es noch keine rechtliche Entscheidung zum Umweg über die Schweiz. Dies kann sich jedoch jederzeit ändern.