Ausbildung zum Bestatter

Braucht man eine Ausbildung / Weiterbildung als Bestatter / Bestatterin?

Wir sagen ja, denn es gibt genug “Bestatter” und “Bestatterinnen” ohne qualifizierte Ausbildung!

Nach der Gewerbeordnung reicht ein Gewerbeschein aus, um als Bestatter / Bestatterin tätig zu werden. Faktisch war dies schon immer unzureichend. In der Praxis kann nur bestehen, wer eine solide Ausbildung und profundes Wissen aufweisen kann. Doch wie erlernt und vertieft man die benötigten Kenntnisse und Fertigkeiten, um ein erfolgreicher Bestatter / eine erfolgreiche Bestatterin zu werden?

Mehr denn je ist eine qualifizierte Ausbildung und/oder Weiterbildung zur Bestattungsfachkraft anzustreben. Hinterbliebene wünschen heute nicht mehr nur eine einfache Bestattung, bei der der Verkauf eines Sarges im Mittelpunkt steht. Die Aufgaben eines Bestatters / Bestatterin haben sich geändert. So werden von einem Bestatter / Bestatterin umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Beratung, Betreuung und Organisation sowie detaillierte Kenntnisse rechtlicher, sozialer und fachlicher Belange rund um Tod, Trauer und Bestattung erwartet. Die Bestattungsvorsorge setzt Beratungs- und Betreuungskompetenz im Gespräch mit dem Vorsorgenden voraus.

Mit der DIN 77300 – Bestattungsdienstleistungen – ist der „Stand der Technik“ im Bestattungsgewerbe festgelegt. Mit der europäischen Norm DIN EN 15017 für Bestattungsdienstleistungen wird die bisher gültige DIN 77300 in Deutschland abgelöst. Die Anforderungen an die Dienstleistungen bestimmen neben einer zukunftsorientierten Berufsbilddefinition die Gestaltung und den Inhalt der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft . Wer heute die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft oder die vom Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes angebotene Fortbildung und die anschließende Prüfung bei den Handwerkskammern erfolgreich durchläuft, kann sicher sein, dass er den Anforderungen des Bestatterberufs auch morgen gewachsen sein wird. Dabei sind auch nach Erreichen der Berufsqualifikation berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie verschiedene Seminare Garanten für die Qualitätssicherung im Bestattungsgewerbe."

Rechtliche Voraussetzungen der Betriebe

Die (wahrlich nicht einfache) Konzipierung einer Ausbildungsordnung im Konsens der Sozialpartner und in Übereinkunft mit den zuständigen Bundesministerien ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite besteht in der Frage, welche rechtlichen Voraussetzungen Betriebe mitbringen müssen, die in die Ausbildung einsteigen wollen. Grundsätzlich müssen die Unternehmen: den Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse vorlegen (§ 20ff Berufsbildungsgesetz).

Die entsprechende rechtliche Grundlage ist die sog. Ausbildereignungsverordnung (AEVO). Diesen Nachweis können die an einer Ausbildung interessierten Bestatter durch die sog. Ausbildereignungsprüfung erbringen. Da immer noch viele Bestattungsunternehmer eine Tischlermeisterprüfung absolviert haben, gibt es für diesen Personenkreis keine Einschränkung. Sie haben mit Teil IV der Meisterprüfung die entsprechende Vorgabe – berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse vorzulegen – geliefert. Da derzeit von der Bundesregierung die AEVO-Prüfung zum 1. August 2003 für fünf Jahre ausgesetzt wurde, gilt diese Ausnahmeregelung auch für potenzielle Ausbildungsbetriebe im Bestattungsgewerbe. Dennoch sollte sich jeder Bestatter / Bestatterin, der / die keine Ausbildungseignungsprüfung absolviert hat, ernsthaft und ehrlich fragen, ob seine tatsächlichen Kenntnisse in berufs- und arbeitspädagogischer Hinsicht für die Ausbildung eines jungen Menschen ausreichen.  
 
Die fachliche Eignung nachweisen (§76 Berufsbildungsgesetz). Wer eine Bestattungsfachkraft ausbilden möchte, und somit Ausbildungsplätze zur Bestattungsfachkraft zu Verfügung stellen will (Ausbildungsangebot), muss erstens die für die fachliche Eignung erforderlichen beruflichen Fertigkeiten und Kenntnisse besitzen, (d.h. die Prüfung zum (fach-) geprüften Bestatter / Bestatterin erfolgreich abgelegt haben oder als Tischlermeister über nachweisliche Erfahrungen im Bestattungswesen verfügen) und zweitens das 24. Lebensjahr vollendet haben. 

Die fachliche Eignung kann darüber hinaus demjenigen zuerkannt werden, der in einem Unternehmen, das ausschließlich oder in einem größeren Umfang Bestattungstätigkeiten durchführt, mindestens sechs Jahre als Selbständiger oder Angestellter praktisch tätig gewesen ist.

Wir erfüllen diese fachliche Eignung durch unsere langjährige Tätigkeit als Bestatter. Da es erst ab dem 1.8.2003 möglich ist den Beruf “Bestattungsfachkraft” zu erlernen haben wir unsere Mitarbeiter durch Seminare und Lehrgänge im Personenstandsrecht schulen lassen. Durch die jahrelange Erfahrung unseres Vorgänger haben wir die notwendigen praktischen Fertigkeiten erworben. Daher wurde uns durch die Handwerkskammer zu Köln nach vorheriger Prüfung die fachliche Eignung zum Ausbilden von Lehrlingen zur Bestattungsfachkraft zuerkannt.

Sie können sich bei uns zu jeder Zeit um einen Ausbildungsplatz bewerben. Auch als Umschüler können Sie bei uns den Beruf zur Bestattungsfachkraft erlernen. Fragen Sie dazu Ihren Sachbearbeiter beim Arbeitsamt.